eCO₂BIM workflows — linking 3D BIM geometry, eBKP-H cost structures, and lifecycle-based carbon data into an IFC-enabled OpenBIM decision framework.
Das eCO₂BIM Worflows steht im direkten Kontext des nationalen Klimaziels: Die Schweiz verfolgt mit dem vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) definierten Netto-Null-Ziel, die Treibhausgasemissionen bis 2050 vollständig zu reduzieren beziehungsweise auszugleichen.
Der neue Standard Minergie Netto-Null zeigt, wie Klimaziele konkret im Bau umgesetzt werden können: Gebäude werden über ihren gesamten Lebenszyklus betrachtet, Emissionen konsequent minimiert, im Material gespeicherter Kohlenstoff berücksichtigt und verbleibende Emissionen kompensiert.
Die Norm SIA 390:1 markiert einen grundlegenden Wandel in der Schweizer Planungspraxis. Sie verlangt, dass Treibhausgasemissionen über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes als zentrales Entscheidungskriterium in den Entwurf integriert werden.
Die gleichzeitige Verknüpfung von BIM, CO₂ und Kosten bleibt in der Praxis eine Ausnahme. Ohne diese Integration fehlt eine konsistente Entscheidungsgrundlage für die Bewertung von Wirtschaftlichkeit, CO₂-Fussabdruck und den Zielkonflikten zwischen Kosten, Materialien und Emissionen.
Mit dem Projekt eCO₂BIM entwickeln stro.archi ×
cadnode.ch die dafür notwendigen Workflows.
3D-Modell als geometrische und quantitative Grundlage für Mengen, Flächen und Bauteile.
Material- und Umweltdaten zur Bewertung von CO₂-Emissionen über den gesamten Lebenszyklus.
Strukturierte Kostengliederung für belastbare und vergleichbare Kostenschätzungen.
Diese Verknüpfung ermöglicht es, bereits früh zwei zentrale Fragen zu beantworten:
Was kostet das Projekt — und welchen CO₂-Fussabdruck hat es?
eCO₂BIM versteht sich nicht als nachgelagerte Ökobilanz, sondern als operatives Planungsinstrument im Sinne der SIA 390:1.
Die Methodik wird bereits in frühen Phasen eingesetzt: Machbarkeit, Vorprojekt, Variantenstudien und Materialentscheidungen.
Kosten- und CO₂-Bilanz werden dabei nicht isoliert betrachtet, sondern entwickeln sich synchron und iterativ. Mit zunehmender Planungstiefe werden beide Grössen gemeinsam präzisiert und optimiert.
Dadurch werden CO₂-Emissionen nicht nur nachträglich bilanziert, sondern bereits im Entwurf aktiv gesteuert und als gleichwertige Entscheidungsgrösse neben den Kosten etabliert.
Der Einsatz von OpenBIM und IFC ermöglicht eine durchgängige, transparente und interoperable Datenstruktur zwischen allen Projektbeteiligten.
Dies ist entscheidend, da die SIA 390:1 nachvollziehbare Annahmen, überprüfbare Daten und transparente Entscheidungsgrundlagen verlangt.
eCO₂BIM liefert eine konkrete methodische Antwort auf die Anforderungen der SIA 390:1: die Klimawirkung eines Gebäudes bereits im Entwurf messbar, vergleichbar und steuerbar zu machen.
Durch die Verknüpfung von BIM, Kosten (eBKP-H) und Umweltdaten (KBOB) entsteht eine fundierte Entscheidungsbasis für Planer, Bauherrschaften und GU/TU.
Ohne vernetzte Daten kein belastbarer Nachweis. Mit eCO₂BIM wird die Norm zum Entwurfswerkzeug.